Tagesbuch eines Stubentigers – 42


Teufelsengel

In vergangenen Nächte dachte ich oft an eine,
die ich einen Sommer lang im Herzen trug,
und vergoss manche dicke Träne,
für die Wunden, die sie mir schlug.

Während ich schlaflos in die Sterne blickte,
und schluchzte <Wo bist du Geliebte?>,
flüsterte eine Stimme aus dem Mond,
dass sie als Engel im Himmel wohnt.

Der Schlag traf mich ziemlich unerhört,
weil ich bis zu jener Nacht immer dachte,
in der Weise, wie sie mir das Leben sauer machte,
dass sie eines Tages zum Teufel fährt.

<Unter dem Biest kochte die Hölle heiß,
dass auch der Teufel sie nicht ertrug.>,
gab der Mond das Geheimnis preis.
Da fielen mir lachend die Augen zu.

Seither blicke ich getröstet in die Sterne
und weiß den Teufel an meiner Seite.
Wir liebten diesen Engel beide,
den wir ertragen bloß aus der Ferne.