
Tod
Er nimmt Quartier in uns
mit dem ersten Atemzug.
Wir tragen ihn wie die Made im Speck
in jedem Tropfen Blut.
Nie weicht er von unserer Seite.
Wir sind sein Trank.
Wir sind seine Speise.
Wir nähren ihn ein Leben lang.
Erst im Sterben begreifen wir,
dass es sein Hunger nach Leben ist,
mit dem er sich langsam
an zu uns Tode frisst.
Heldendenkmäler
Die Großen der Geschichte winken als strahlende Helden
von ihren Denkmälern, wobei sie meist verschweigen,
dass sie es der Kunst ihrer Ärzte und Köche zu verdanken haben,
dass sie in diesem Zustand in Erinnerung bleiben.
Alexander der Große wurde in Schlachten nie besiegt,
weil er jung an einer vergifteten Soße starb,
und Napoleon blieb nach der Niederlage bei Waterloo
dank der Spritzen seines Arztes der Kummer des Alters erspart.
Bei aller Heldenverehrung scheint es daher angebracht,
auf das Detail dabei nicht zu vergessen,
dass sie ohne die Gifte und Spritzen ihrer Ärzte und Köche
nicht so gut erhalten auf den Sockeln der Denkmäler säßen.
Karrierefehlplanung
Es war ein Ei,
das hatte sonntags immer frei.
Darum wurde es auch kein Osterei,
sondern an einem Montag ein Spiegelei.