
Schach
Es war die Art, wie sie ihre Figuren zog,
die mich verführte, gegen sie ins Feld zu ziehen.
Sie spielte in Weiß.
Ich stand in Schwarz auf dem Brett.
Als ich mit einem Bauern angriff,
rückte sie einen Läufer an mich heran.
Da tauschten wir das erste Mal.
Ein Läufer, den ich im Eifer ins Auge fasste,
fraß einen Turm von mir.
Der Springer, den ich ihm zu Hilfe schickte,
war selbst nicht mehr zu retten.
Wenig besser erging es dem zweiten,
der nach einem Kampf mit einem Turm
in ihre Hände fiel.
Mit dem nächsten Zug opferte ich die Dame,
um den König zu schützen.
Es war auch Verrat dabei, dass ich es tat.
Ein Läufer war nur einen Zug entfernt,
um sie zu retten.
Am Ende stand mein König
allein mit ihrer Dame auf dem Feld.
Endlich sah er sie ganz.
Bei keinem Zug fand er mehr Freude,
als bei seinem Untergang.
Längst war er verliebt in diesen Tod.
Als mein König fiel, hob ich den Blick
und erkannte die Figuren, die wir waren.
Ich war der König und sie die Dame in diesem Spiel.
One more Love Letter:
