
Unzufriedenheit
Der Regen schwemmte einen Stein
aus der Dunkelheit der Erde in einen klaren Fluss.
Aber der Stein blieb unzufrieden.
„Es mag etwas Besseres für mich geben.“,
murrte er über den Fluss,
der den Schmutz von ihm wusch.
Da versiegte der Fluss,
und der Stein trocknete im Wind.
Aber er blieb unzufrieden.
„Es mag etwas Besseres für mich geben.“,
jammerte der Stein über den Wind
der die Kratzer aus ihm schliff.
Da stand der Wind still,
und der Stein glänzte in der Sonne.
Aber er blieb unzufrieden.
„Es mag etwas Besseres für mich geben.“,
klagte der Stein über die Sonne,
die ihn zum Funkeln brachte.
Da verdunkelte sich der Himmel,
und ein Wolkenbruch spülte den Stein in einen Graben.
Aber er blieb unzufrieden.
„Es mag etwas Besseres für mich geben.“
stöhnte er über die Erde,
die ihn wieder unter sich begrub.
Lügenbaron
Ein Lügenbaron, der sich aus einer Kanone
in den Himmel schießen ließ,
verkündete dem Rest der Welt,
dass die Schwerkraft für ihn nicht mehr gilt.
Er würde auf der Kanonenkugel sitzend,
fortan über den Wolken gleiten
und mit dem Überblick von oben
die Geschicke der Menschheit leiten.
Doch endete sein Flug abrupt,
als das Geschoß auf ein Hausdach stürzte
und mit ihm nach dem Aufprall
in einem Flammenmeer explodierte.
Wie man später in der Zeitung las,
hatte der Baron nicht bedacht,
dass eine Kanonenkugel nach ihrem Höhenflug
wieder zu Boden kracht.
Dichtergefühle
Gedichte zu schreiben,
fühlt sich manchmal an,
wie im Lotto zu spielen.
Man hat schon gewonnen,
wenn sechs sie gelesen haben,
von denen sie drei gefielen.