
DAS FELD
Sie war in ihrem Wesen
an allen Seiten ein schmales Feld,
das sich in zarte Glieder streckte.
Sie trug ihr schönstes Frühlingskleid.
Aber an den Hüften und an den Brüsten
stand sie schon zur Ernte hochgewachsen.
Sie sah saftig aus in ihrem Grün.
Von ihren Augen tropfte der Morgentau.
und ihrem Gesicht blühte ein Garten Eden.
Als ein Lächeln aus ihrer Seele stieg
und über den Lippenbogen verging,
fiel ich ganz in ihre Hand.
Ohne Eile schritt ich durch ihr Feld.
Ich prüfte jeden Halm
und kostete sie an versteckten Stellen.
Zum Schein verließ ich sie.
Aber als der Mond am Himmel schien,
schlich ich zu ihr über hohes Gras.
Mit einem Blick, der das Paradies versprach,
begrüßte sie ihren Schnitter.
Ich küsste sanft das Heublumenrot von ihren Lippen.
Dann zog ich mein Hemd aus,
und schwitzend bis zum Morgen
erntete ich das ganze Feld.
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