Tagebuch eines Stubentigers – 60

Instrumentenspiel

Ich liebte als blutjunger Kerl
ein Himmelsgeschöpf, das ich schüchtern bat.
mir auf ihrer Harfe vorzuspielen,
weil ich zu verbergen suchte,
dass ich keine Ahnung hatte,
wie man(n) einen Engel berührte.

Lächelnd öffnete die Liebste ihre Beine
und bot mir in ihren Blicken an,
die Instrumente zwischen uns zu tauschen.
So kam es dazu,
dass ich zärtlich ihre Harfe zupfte,
während sie auf meiner Flöte blies.

Aus der Musik der beiden Elemente
formte sich eine süße Melodie,
in deren Klang ein Engel
mit dem Tausch der Instrumente
mich in der Liebe
zum Harfenisten machte.

Geburtstag

An einem Geburtstag stellt man fest,
dass es sich gut leben lässt
mit der gestiegenen Alterslast,
weil kein jugendlicher Ballast

den Charakter noch mehr verdirbt
und man das Glück erfährt,
 dass man als Unschuldsengel stirbt,
und nicht mit dem Teufel zur Hölle fährt.