
Liebesfalle
Bei unserer ersten Begegnung trug sie
ein eisernes Gesicht zur Schau.
Auf ihren Lippen lag ein Panzer,
den kein Lächeln sprengte.
Wenn sie mit mir sprach,
klang ihre Stimme waffenklirrend.
Ich belagerte sie eine ganze Nacht,
bis sie sich meinen Küssen ergab.
Am Morgen spürte ich in den Blicken,
mit denen sie mich bewachte,
dass sie mich in einer Nacht
für immer zu ihrem Gefangenen machte.
Heimlichkeit
Wie Diebe schleichen wir zusammen
mit hochgestellten Krägen und verschämten Blicken,
das Gesicht tief an die Brust gedrückt.
An versteckten Plätzen hocken wir umschlungen
die Stunden zählend, die woanders fehlen.
Warum sind wir so ängstlich?
Fürchten wir das Geschrei des Tages,
der uns auf die Stunden klagt,
die in seinen Büchern fehlen?
Oder leiden wir an der Traurigkeit der Nacht,
die es in die Kissen weint,
dass wir hinter ihrem Rücken zusammenliegen?
One more Love Letter:
