Tagebuch eines Stubentigers – 69

Zeitenwende

Früher war sie eine elende Gestalt,
die im Verborgenen streifte
durch die dunklen Flure der Macht
und ihr wahres Gesicht nicht zeigte.

Heute tritt sie herausgeputzt
mit parfümierter Seife und feiner Wäsche
vor die jubelnde Menschenmenge
mit blütenreiner Weste.

Hoch angesehen sieht man sie
um den Erdball reisen
und verkehren als gern gesehener Gast
in den allerhöchsten Kreisen.

Mit vornehmem Getue und eitlem Gehabe
zieht sie durch die Lande
und lässt per Gesetz verbieten,
dass man sie einmal Lüge nannte.

Der Donald (Alp)Traum

Letzte Nacht schlief ich schlecht,
weil mich im Traum die Vorstellung quälte,
dass man mit Donald Duck zum Entsetzen der Welt
eine Ente an die Spitze eines Landes wählte.

Als erste Maßnahme im Amt hat Donald erklärt
mit dem Geld von seinem reichen Onkel Dagobert
die Alleinherrschaft der Enten
mit ihm als gewählten Präsidenten.

Mit den Finanzen betraute er Glückspilz Gustav Gans.
Die Wirtschaft leitete Erfindungsgeist Daniel Düsentrieb,
und die Neffen Tick, Trick und Track wurden kraft seiner Unterschrift
zu Ministern für alles andere ernannt.

Mittels Eilerlass setzte er die Panzerknackerbande,
die einsaß wegen Hausfriedensbruch, auf freien Fuß
und befahl nach Schließung der Grenzen den Nachhauseflug
aller illegal eingereister Wandervögel im Lande.

Als mich der Wecker aus dem Schlaf riss,
meldeten die Nachrichten,  dass Donald Trump sitzt
im Weißen Haus als Präsident von Amerika mit Elon Musk.
Da sehnte ich mich in den Schlaf zurück zu Donald Duck.