Tagebuch eines Stubentigers – 56

Teufel

Das Übel an einem Teufel ist,
dass man in seinem Gesicht
den Teufel nicht sieht.

Es fällt ihm leicht,
sich zwischen uns zu schleichen
mit einem Lachen, das unserem gleicht.

Erst wenn er mitten in uns ist,
entlarvt sich hinter seiner Maske
die teuflische Fratze.


Besitz

In den schönen Dingen,
nach denen unsere Sinne streben,
glauben wir, weiter zu schwingen,
wenn wir nicht mehr leben.

Doch müssen wir die Enttäuschung ertragen,
sobald wir ins Gras gebissen haben,
dass sie sich anderswo verlieben,
noch bevor wir auf dem Friedhof liegen.

Schon bald nach unserem Hinscheiden
hören sie auf, um uns zu leiden,
und sieht man sie vergnügt wieder
an der Seite von ihrem neuen Besitzer.