
Hochzeit
In der letzten Nacht
feierten wir heimlich unsere Hochzeit.
Das Bett, in dem wir lagen,
bauten wir mit Kissen zu einer Kirche um.
Die Lust war unser Priester.
Beim Segen, den er uns erteilte,
stöhnte er leise.
Als Trauzeuge diente uns eine Lampe an der Decke.
Das weiße Laken auf der Matratze
war dein Hochzeitskleid.
Mit dem Jawort hauchtest du mir ins Ohr,
nimm mich ganz.
Ich küsste dich zart
und nahm dich dann beim Wort.
Der Regen, der an die Fenster prasselte,
spielte uns die Hochzeitsmusik.
Wir liebten uns,
bis die Nacht zu Ende ging.
Und die Ringe, die wir tauschten,
trugen wir am nächsten Morgen
noch unter den Augen.
Liebesgedicht
Seit ich ihren Herzschlag in der Welt weiß,
schwebe ich durch meine Tage.
In seiner Melodie schwingt der Ton,
aus dem der Wind entsteht für die Flügeln,
die den Liebenden wachsen,
wenn sie den Boden unter den Füßen verlieren.