
Kasperltheater
Jeden Morgen fängt das Theater an.
Da wacht ein kleiner Kasperl in mir auf.
Als Erstes dreht er am Wasserhahn
und lässt der Leitung freien Lauf.
Auf mein lautes Kommando <Sitz>
entgegnet er mir mit einem Lachen spitz,
dass er als gestandener Mann
das Wasser im Stehen fließen lassen kann.
Dann wäscht er mit Seife und Parfüm
den Tropfen weg und wechselt das Kostüm.
Ansonsten verschläft er die Tage meist,
wie jeder Künstler, der seine Kunst nachts beweist.
Abends betritt er dann als Hüne
mit dem Knüppel aus dem Sack die Bühne
und stellt sich dem Krokodil,
das mit ihm in den Kissen liegt, zum Spiel.
Im Schweiße seines Angesichts misst
er sich mit dem wilden Tier, das ihn verzückt
und vergisst für diesen Augenblick,
dass er nur ein kleiner Kasperl ist.
So schließt das wilde Ringen meist,
dass ihn das Krokodil lustvoll beißt
und wieder den Zwerg aus ihm macht,
als der er jeden Morgen in mir erwacht.
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