
Wandel
Der Tod ist nicht das Ende,
sondern der Wandel zu anderen Dingen.
„Fürchte Dich nicht.“, tröstete die Rose die Raupe,
die auf ihrer Blütenknospe starb.
„Ich bin nicht Dein Grab,
sondern bloß eine Rast auf Deiner Reise.“
Die kleine Raupe atmete noch leise.
Dann ließ sie für immer los.
Lange lag sie still in ihrem Schlaf
weich gebettet auf einem Rosenblatt,
Irgendwann brach die tote Hülle auf,
und ein Schmetterling glitt ins Sonnenlicht.
Vorsichtig streckte er die Fühler aus.
Seine zarten Flügel glänzten im Morgentau.
„Danke für Deine schöne Blüte.“,
hinterließ er der Rose einen letzten Gruß.
„Verzeih, dass ich Dich verlassen muss.“
Von Süd wehte eine leichte Brise her.
Langsam legte er seine Schwingen breit
und segelte hoch im Wind über das Blumenmeer.
Welle
In einer leichten Brise
legte sie sich an den Strand
und leckte mit ihrer Gischt
verführerisch meine Füße im Sand.
Ein sanftes Rauschen
rührte mich in der Seele an
und zog mich zärtlich
zu sich in den Ozean.
Fern von allen Ufern
spürte ich sie in mich fließen
und sank ohne Boden
unter den Füßen in ihre Tiefen.
Im Untergang fühlte ich
in mir nichts mehr Schweres
und wurde federleicht
Teil ihres großen Meeres.
One more Love Letter:
