
HONIGDIEB
Dass sie niemals ganz mir gehören würde,
wusste ich schon, als ich anfing, sie zu lieben.
Dass ich sie stehlen musste,
um sie für mich zu haben, machte sie mir nur größer.
Dass ich ein Dieb war,
erkannte sie auf den ersten Blick.
Ich leckte das Salz aus ihren Augen.
Ich löschte meinen Durst aus ihrem Mund.
Ich schleckte mich an ihren Brüsten fett.
Und aus ihrer Mitte,
wo ich an ihrem Becken kreiste,
erklang ein diebisches Schmatzen.
Der Tag wird kommen,
an dem sie den Dieb in mir sieht.
Aber nichts in mir will fliehen von ihr.
Was ich ihr stehle, ist mir jede Strafe wert.
Das Salz in ihren Augen, das Wasser aus ihrem Mund,
die Milch aus ihren Brüsten, der Honig aus ihrer Mitte.
One more Poetry of Love:
